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 Aus dem Wurzelbereich einer Eibenwurzel entsteht  eine Holzplastik

Eine Filmmatinee am Sonntag,  26. März 2017

in den Räumen des neuen "Bildungsforums für Schule, Natur und Umwelt" im "Botaniscchen Garten Rombergpark" in Dortmund.

Der Förderverein hatte Antje Bechtloff eingeladen, ihren Film über die bildhauerische Arbeit ihrer Schwester Maren Neumann dem interessierten Publikum vorzustellen.

Die Zuhörer erwartete ein kurzweiliger Vormittag mit Aspekten der

- gestaltenden Bildhauerkunst
- der Gestaltung eines künstlerischen Films
sowie
- Informationen zur Maserung des Holzes und des Wachstums eines Baumes

Antje Bechtloff hatte den Leiter des Botanischen Gartens Rombergpark, Herrn Dr. Knopf, gebeten, vor der Filmvorführung etwas über die Entstehung der Maserung des Holzes und ein wenig über das Arboretum des Botanischen Gartens zu berichten. Dieser Bitte war Herr Dr. Knopf ungeachtet seines engen Terminkalenders gerne nachgekommen.

Antje begrüßt die Teilnehmer  Dr. Knopf während seines Vortrages

Dr. Knopf berichtete zunächst über das Arboretum. Einige vorgetragene Einzelheiten sind auch im Bericht über die "Begehung des Rombergparks zur Zeit der Rhododendrenblüte am 17. Mai 2016" aufgeführt.

Am 26.03.2017 war der Park genau 71129 Tage alt, die ältesten Bäume sind etwas älter und datiert auf das Jahr 1804. Der Botanische Garten Rombergpark ist der viertgrößte Botanische Garten in der Welt nach den Gärten in St. Louis (USA), London und Berlin. Weltweit einzigartig ist die Verbindung mit einem Arboretum. Das Arbortum des Rombergparks geht auf die "baumverrückten" Herren Nose (Garten und Friedhofsdirektor ) und Krüßmann (Parkleiter) zurück. In diesem Sinne ist auch Dr. Knopf baumverrückt, im Park sind viele neue Bäume gepflanzt worden. Die genaue Anzahl der Bäume im Park ist nicht exakt bekannt, auf der Grundlage von Luftbildaufnahmen schätzt man 58000 bis 63000 Bäume. Die Inventarisierung bewegt sich zwischenzeitlich bei 12 %.

Pro Jahr werden 250 Festmeter Holz geschlagen. Das ist der Kreislauf der Natur:  Bäume sind alt, krank, zu eng gewachsen. Das Holz wird verkauft. Besonders begehrt ist Wurzelholz, das ist interessant für Künstler (wie später im Film dargestellt). Wurzelholz wird entsprechend teurer verkauft oder auch an Künstler gespendet.

Ein Wort zum Bildungsforum für Schule, Umwelt und Natur, das aus dem Schulbiologischen Zentrum entstanden ist. Der Name Bildungsforum berücksichtigt, dass in dem Haus alle Dortmunder grünen Vereine mit Büros vertreten sind (in der ersten Etage neben der Parkverwaltung und der Gartenbaulichen Bibliothek). In den Vortrags-Räumen der unteren Etage können sich drei Schulklassen gleichzeitig über alles informieren, was mit Pflanzen und Umwelt zusammen hängt. Die große Zahl von über 35000 Besucher-Kindern pro Jahr bestätigt das Vorhaben, Dortmund grüner zu machen.

Die Spezifikas der Maserung des Holzes und des Holzwachstums erläutert Dr. Knopf unter Verwendung einer Power-Point Vorlage. Berichtsreport.

Im Anschluss an die Ausführungen von Dr. Knopf  führt Antje Bechtloff ihren Fim vor. Er beschreibt, wie ihre als Bildhauerin aus Leidenschaft tätige Schwester Maren Neumann aus einem Wurzelstock einer Eibe ein Holzplastik fertigt. Der Fim beschreibt den Werdegang der Skulptur in 5 Phasen, die über ein halbes Jahr verteilt sind (5 Phasen entsprechen 5 Besuchsterminen. Maren Neumann wohnt in Hamburg, Antje Bechtloff in Dortmund). Absicht des Films ist, die Verwandlung von einem Kunstwerk der Natur in ein Kunstwerk nach menschlicher Einstufung darzustellen ( Als Titel hatte sich Maren Volmer gesetzt: "Wann treffen wir drei uns wieder" Nach Shakespeares Hexen im "Macbeth". Ein anspruchsvoller Titel.

Ein schwieriges Unterfangen, aus diesem Stück Wurzelholz eim Kunstwerk zu erstellen. Die Künstler des Mittelalters haben die figürliche Darsstellung perfekt beherrscht. Aber sie haben die Figur in den Mittelpunkt gestellt und nicht das Holz in seiner Vilelfalt und Masserung.  Die Künstlerin Maren Neumann stellt demgegenüber das Wunder der Natur in den Vordergrund; der Holzklotz sollte ihr sagen, welche Form er gerne hätte.

Filmausschnitt     die Wurzel Wenn der mit einer Canon Power Shot aufgenommene kurze Filmausschnitt vom Browser holprig dargestellt wird: in der Fotogalerie ((siehe unten) ist er noch einmal eingestellt

Der Werdegang der Plastik:

When shall we meet again, Phase 1 When shall we meet again, Phase 2When shall we meet again, Phase 3

When shall we meet again, Phase 3 When shall we meet again, Phase 4 When shall we meet again, Phase 5

When shall we meet again, Phase fertig


Und so präsentiert sie sich im Vortragssal:

Noch  vehüllt unverhüllt


Im Anschluss an die Filmvorführung stellten sich Maren Neumann und Antje Bechtloff den Fragen der Besucher. Die Fragen und deren Beantwortung durch die beiden Künstlerinnen (auch der Film ist ein Stück Kunst) waren qualitativ so hochwertig wie der Film selbst .
Zum Beispiel
- Findet sich der vorgegebene Titel ("We shall meet again") in der Plastik wieder oder wie würden die Besucher und die beiden Künstlerinnen heute  
  die Figur nennen.
- Wie hat das natürliche Holz die Plastik beeinflusst? Sehr stark. Beispielsweise war Maren Neumann von vornherein klar, dass das weiße
   Splintholz trotz der teilweisen Unterbrechungen einen Umhang ergeben sollte.Die Haltung der Arme ist von der Maserung beeinflusst, Die
   Richtung der Figuren gibt die Ausrichtung der drei Einheiten des Wurzelstockes vor. Usw.
- Wie lange hat Antje Bechtloff für die Herstellung des Films mit Schnitt und Ton benötigt? Genau so lange, wie die Herstellung der Plastik gedauert
   hat. Den richtigen Schitt und den  richtigen Ton in Einklang zu bringen, ist äußerst schwierig.
- Hat Antje Neumann den Wurzelstock irgendwo im Wald gefunden? Nein, bei einem Tischler. Sie hatte eigentlich etwas sichelförmiges
  gesucht. Aber sich anders entschieden,  nachdem der Tischler ihr das Stück der Eibe angeboten hatte.

Auch nach der offiziellen Fragestunde wurde in kleineren Gruppen weiter diskutiert, aber dann lösten sich die Gruppen irgendwann auf.

Mit der Wiederherstellung des Vortragssaals entsprechend des Übernahmestandes endete die Veranstaltung. Der bereits sonnenreiche Tag bescherte den Zuhörern mit den vielfachen Blüten und Sprossen des Botanischen Gartens Rombergpark auf dem Heimweg ein weiteres Erlebnis. Dr. Knopf hatte in seinem Vortrag auf die Erneuerung des Lebens aus abgestorbenen Bäumen heraus und der Erneuerung eines Baumes aus seinem vermeintlich abgestorbenen Stamm berichtet. Im Park findet sich das an vielen Stellen, z.B. auf der Lindenallee:


Eine vermeintlich abgestorbene Linde an dem Lindenweg


Weitere Fotos: Fotogalerie

Letzte Änderung: 03.04..2016