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 Das Aufbereitungswerk des Bergwerks Prosper-Haniel,  die Halden Haniel und die Halde Schöttelheide des Bergwerks Prosper-Haniel

Eine Exkursion des Fördervereins des Naturkundemuseums Dortmund am 10. Juni 2017

Dieser Exkursionsbericht ergänzt den Exkursionsbericht der Exkursion vom Mai 2016. In dem Bericht von 2016 aufgeführte Fakten werden hier nicht erneut wiedergegeben.

Mit einem herzlichen Glückauf begrüßte Herr van Bernum stellvertretend für die Ruhrkohle AG die Exkursions-Gruppe des Fördervereins anlässlich der zweiten Exkursion zum Bergwerk Prosper-Haniel. Treffpunkt war dieses Mal nicht der Schacht Franz Haniel, sondern der Parkplatz am Aufbereitungsstandort in der Knappenstarße. Dieser Standort ist nach außen deutlich erkennbar durch den Malakoffturm mit integriertem Förderturm.

Der Betrieb des Malakoffturms bzw. des integrierten Fördergerüstes wurde bereits 1987 eingestellt. Heute wird der Turm und das angrenzende Eingangsgebäude für Sonderausstellungen genutzt. 

Blick von der Knappenstraße Heilige Barbara im Malakoffturm  Sonderausstellung Gruselkabinett


Herr van Bernum geleitete die Gruppe in ein Besprechungszimmer des Eingangsgebäudes auf dem Aufbereitungsstandort Prosper II. Kaffee und Getränke standen bereit, alles war freundlich vorbereitet. In einem Vortrag mit dem Titel "Herzlich woilkommen auf dem Bergwerk Prosper-Haniel" erläuterte Herr van Bernum den Standort.des Bergwerkes, die Tagesanlagen des Bergwerks Prosper-Haniel II, die Geschichte des Malakoff-Turms, den Förderberg mit dem Förderband, die Rohkohlenmischanlage und die Halden des Bergwerkes. Dieser Vortrag ist zum Abschluss dieses Berichtes  mit freundlicher Genehmigung der Ruhrkohle als pdf-Unterlage eingestellt.


Im Vortragsraum


Einige Details des Vortrages:

Von den drei zur Verfügung stehenden Prosper-Abbaurevieren ist derzeit nur eines abbaubar, dort wird im Hobelbetrieb abgebaut. Das Flöz "Zollverein", in Bottrop in 1200 m Tiefe mit einer Mächtigkeit von 4 Meter auftretend, bereitet geologische Probleme. In Störungen rutscht insbesondere im Hangenden Schiefer nach. Zu viel Schiefer im Förderberg stört die Aufbereitung in der Kohlenwäsche. Derzeit ist die Kohle im Verhältnis ohnehin  nur zu 42 % auf dem Band. Die durchschnittliche Fördermenge von 26.000 Tonnen Rohkohle pro Tag ist  aber trotz der Einschränkungen gesichert.

Aktive Halden sind weiterhin die Halden "Schöttelheide" und "Im Hürfeld". Die Halde "Im Hürfeld" nimmt Berge kleiner Stückgröße auf, sie wird weiterhin durch Straßentransport angefahren. Immerhin sind es auch 5000 Tonnen pro Tag. Zum Teil wird das Material für spezielle technische Anwendungen und im Straßenbau weiter verwendet. Im deponierten Bergematerial ist auf den beiden Halden   noch ein Restbestandteil von ca. 3% Kohle. Errreicht wird dieser geringe Anteil durch immer mehr verfeinerte Technik der Kohlenwäsche. Haldenbrände wie früher in Halden mit einem Restanteil von deutlich über 10 % Kohle sind dadurch heute nicht mehr möglich.

Kohlenhalden wie zu früherer Zeit gibt es nicht mehr.  Die Kohle wird direkt vermarktet, z.B. in Kokereien, Kraftwerken, Chemie-Untenehmen. Gegebenenfalls wir in einem Lager in Essen-Nord zwischengelagert.

Die Schöttelhalde ist hinsichtlich der Wasserableitung der Haldenwässer noch fortschrittlicher errichtet als z.B. die Halde Haniel. Der Haldengrund ist seinerzeit ca. 30 cm abgetragen und mit einer wasserdichten Schicht abgedichtet worden. Die Haldenwässer werden in einem 6 m tiefen Drainagesystem in ein Rückhaltebecken abgeleitet. Von da aus wird es über Pumpstationen und das örtliche Kanalsystem in den Abwasserkanal der renaturierten Emscher geleitet.

Wie belastet die Grubenwässer der Zukunft sind, bleibt abzuwarten. Auf der Grundlage von Messungen werden die Pumpleistungen und die Höhe der Grubenwässer abgestimmt. Das Streckennetz des Bergwerks beträgt etwa 130 km, alle Einrichtungen zur Kohlegewinnung verbleiben unter Tage, die Strecken werden gasdicht abgemauert. Die Strecken werden mit der Zeit einfallen. Der Förderberg und die Schächte werden verfüllt. Die Einrichtungen des Förderbergs werden abgebaut und verkauft. Interessenten haben sich bereits vorgestellt.     

Nach der ausführlichen Einführung durch Herrn van Bernum startete der weitere Exkursionsverlauf. Ausgerüstet mit weißem Kittel und Helm der RAG geleitete Herr van Bernum die Exkursionsgruppe über die Kleiderräume und die Waschkaue zum Förderberg. Der heutige Samstag war im Verhältnis zur Exkursion des Vorjahres ein beonderes Erlebnis, da bis 14 Uhr gefördert wurde und somit die laufende Produktion erlebt werden konnte.  

In der Waschkaue Der Klamottensack Die Weißkittel  

Das Band kommt nach einem Transportweg von ca. 3,7 km hier in der Aufbereitungshalle an, angetrieben von redundanten Elektromotoren. Danach erfolgt in der Kohlewäsche die Trennung von Kohle und Schiefer. Die Beobachtung des mit 6m/sec vorbeirauschenden und mit Kohle und Schiefer beladenen Förderbandes  war ein Ereignis der besonderen Art.  Modernste und ausgereifte Technologie verbunden mit der bergmännischen Tradition und der industriellen Umgebungs-Atmosphäre verliehen den Exkursions-Teilnehmern die sprichwörtliche "Gänsehaut-Atmosphäre".
Förderbänder und Antriebe laufen mit einer hohen Zuverlässigkeit und einer Verfügbarkeit von nahezu 100 %. Die Bandrollen werden nicht geschmiert, sondern turnusmäßig gewechselt. Zur Störungsbeseitigung stehen explosionsgeschützte Fahrzeuge zur Verfügung, die eine schnelle Erreichbarkeit der Störungsstelle ermöglichen.

Kohle des Karbons Die Weißkittel Der rasende Reparaturset


Umständehalber konnte die Exkursion in dem Aufbereitungswerk mit der Besichtigung der Mischkohlenanlage nicht fortgesetzt werden. Den Bergleuten der Zeche Prosper auch an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank für die excellente.Betreung. 

Fortgesetzt wurde die Exkursion mit der Besichtigung der Halden Haniel und Schöttelheide.

Auch im Rahmen der diesjährigen Exkursion war die Halde Haniel mit ihrem Einklang von Funktionalität, dem Ausblick in die nahe und ferne und auffallend grüne Umgebung, der Natur auf der Halde selber,  dem Ausblick auf die Schöttelhalde  und dem hohen Freizeitwert durch das angelegte Wegesystem sehr beeindruckend. Die in dieser Saison stattfindende  Buddy Holly-Show im Bergtheater erfordert keine besonderen Kulissen wie im letzten Jahr der "Fliegende Holländer", im Grundsatz wirken Halde und Theater dadurch noch monumentaler. Der Haldenrand am Bergtheater wird von Bewuchs freigehalten, um den Charakter der Halde als Aufschüttung des Bergematerials ständig zu demonstrieren. Blumenpflücken in diesem Bereich war entsprechend ausdrücklich erlaubt. 

Die Beobachtungsgruppe Die Nachtkerze Das Bergtheater   


Auf der in Schüttung befindlichen Halde Schöttelheide erforderte die Möglichkeit eines fahrenden 105Tonnen Transport-Fahrzeuges durch die noch laufende Produktion. besondere  Vorsichtsmaßnahmen. Herr von Bernum geleitete die Exkursionsteilnehmer entsprechend in Bereiche, in denen gefahrlos nach Abdrücken in den Bergen des Karbons gesucht werden konnte. Leider musste diese Suche gleichfalls frühzeitig abgebrochen werden, aber es sind doch einige schöne Stücke gefunden worden.

Monika mit einem Exponat Jüergen mit einem Exponat Ein schönes Exponat


Mit einem herzlichen Glückauf bedankt sich der Förderverein des Naturkundemuseums Dortmund bei Herrn van Bernum, bei den Mitarbeitern des Werkes Prosper II  und bei der Ruhrkohle für die gute Betreuung und für die trotz einiger Widrigkeiten sehr erfolgreiche und lehrreiche Exkursion.

Es besteht die Absicht einer weiteren Exkursion, diesbezügliche Termine werden auf der Homepage unter "Termine" rechtzeitig aufgenommen.

Und hier die Unterlage der RAG "Herzlich willkommen auf dem Bergwerk Prosper-Haniel"

sowie der Exkursionsbericht der Exkursion vom Mai 2016

 



 

     



Letzte Änderung: 14.07.2017